Forsa-Umfrage zur Sauberkeit an Schulen

Forsa-Umfrage zur Sauberkeit an Schulen

Ein Drittel der Eltern sagt, ihr Kind scheue den Gang auf unsaubere Schultoiletten
• Fast zwei Drittel wünschen sich mehr Reinigung
• Knapp ein Viertel in Sorge vor Corona-Ansteckung

Sauberkeit und Hygiene an Deutschlands Schulen sind Dauerbrenner. Im Zuge der Corona-Pandemie gibt es eine neue Dynamik für das Thema. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) wollte es daher genau wissen und hat eine repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Die Kernfrage: Wie zufrieden sind eigentlich Eltern schulpflichtiger Kinder mit der Sauberkeit an Deutschlands Schulen? Das Ergebnis unterstreicht Handlungsbedarf. Gerade die Sauberkeit auf Schultoiletten, dem sensibelsten Bereich, lässt zu wünschen übrig. "Im Zuge der Corona-Krise reden alle über die neue Relevanz von Hygiene und Sauberkeit. Aber da, wo es wirklich wichtig wäre – bei Kindern und Schule – klafft eine ernüchternde Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit", so bewertet Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks, die Zahlen. Fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich demnach eine häufigere Schulreinigung. Verbesserungen binnen der vergangenen zwei Jahrzehnte sehen Eltern mehrheitlich nicht. Die politischen Forderungen bringt der Bundesinnungsmeister auf den Punkt: "Nicht die Reinigungsunternehmen, sondern das weit verbreitete Spardiktat der Schulträger ist verantwortlich für die Zustände. Es gibt keine Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Schulträger müssen endlich mit realistischem Budget planen und die Leistungsverzeichnisse verbessern. Tagesreinigung mit häufigeren und gründlicheren Einsätzen in sensiblen Bereichen sollte Standard werden. Ausschreibungen dürfen nicht nur über den Faktor Preis, sondern sollten vor allem über den Faktor Qualität laufen. Und nicht zuletzt sollten Schulträger nicht auf unseriöse Beratungsunternehmen hören, die saubere Schulen bei weniger Budget versprechen. Fakt ist: Wer mehr Sauberkeit an Schulen will, muss mehr in mehr Sauberkeit an Schulen investieren."

Die Ergebnisse im Detail:
Rund ein Drittel der Eltern (36 Prozent) gibt an, dass ihr Kind aufgrund mangelnder Hygiene den Gang auf die Schultoilette scheut. Eltern im Westen (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) berichten statistisch eher von dieser Problematik der Kinder. Väter und Mütter aus Bayern und Baden-Württemberg sowie jüngere Eltern meinen tendenziell häufiger, ihr Kind sei mit der Sauberkeit der Schultoiletten zufrieden.

Ein Fünftel der Eltern findet Schulen unsauber
Auch das Gesamturteil, jenseits von den Schultoiletten, zeigt Verbesserungspotential. Ein Fünftel der Eltern (20 Prozent) empfindet die Schule ihrer Kinder als „weniger sauber“ bzw. als „überhaupt nicht sauber“. Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) hält die Schule für „eher sauber“. Nur ein Viertel (25 Prozent) hält die Schule für „sehr sauber“. Erneut vergeben Eltern, die im Süden Deutschlands wohnen, bessere Noten.

Fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich mehr Reinigung
Fast zwei Drittel der Eltern (61 Prozent) sind der Ansicht, dass die Schulen gründlicher und häufiger gereinigt werden sollten. Vor allem Eltern im Westen (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) sowie Mütter sprechen sich tendenziell häufiger für eine höhere Reinigungsfrequenz und mehr Gründlichkeit aus. Nur rund ein Drittel (35 Prozent) meint, dass die Reinigung wie bisher ausreiche.

Fast ein Viertel der Eltern in Sorge vor Corona-Ansteckung durch mangelnde Sauberkeit
Die Sauberkeit an Schulen und Schultoiletten führt soweit, dass sich knapp ein Viertel der Eltern (23 Prozent) „sehr“ bzw. „eher besorgt“ über die Gefahr einer Corona-Infektion an Schulen zeigt. 45 Prozent antworten mit „weniger besorgt“. Nur knapp ein Drittel (31 Prozent) der Eltern sind „überhaupt nicht besorgt“.

Stagnation statt Verbesserung in den vergangenen 20 Jahren
Fast zwei Drittel (57 Prozent) der Eltern sehen eine Verschlechterung bzw. keinerlei Veränderung der Hygiene und Sauberkeit an Schulen binnen der vergangenen zwei Jahrzehnte. Von einer Trendwende kann daher keine Rede sein. Nur rund ein Drittel (39 Prozent) beobachtet eine Verbesserung. Eltern aus dem Ostteil Deutschlands (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) sowie Befragte im Alter von 25 bis 39 Jahren nehmen überdurchschnittlich häufig Verbesserungen wahr.

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Forsa, unabhängiges privates Markt- und Meinungsforschungsinstitut, hat zwischen 14. Oktober und 4. November 2020 in Form von computergestützten Telefoninterviews bundesweit 1025 Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren mit schulpflichtigen Kindern befragt. Die Erhebung ist repräsentativ, die Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.