Betriebsschließungen letzte Maßnahme - Homeoffice und Hygieneregeln sind wichtiger

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder weitere Maßnahmen gefordert, um die Infektionszahlen zu senken. Einige forderten auch weitere Betriebsschließungen. Die Landesinnung des Gebäudereiniger-Handwerks Hessen weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass Betriebsschließungen eine der letzten Maßnahmen sein sollten. Zunächst sollten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um zu erreichen, dass die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, lüften) eingehalten werden. Die Verbände informieren ihre Betriebe in Hinsicht auf die aktuellen Hygienevorschriften immer sehr zeitnah. Die Landesinnung hat erst kürzlich nochmals die Mitgliedsbetriebe über die aktuell gültigen Hygienevorschriften und die empfohlenen Maßnahmen in einer kompakten Checkliste informiert. Diese Checkliste finden Sie im Anhang.

Das Gebäudereiniger-Handwerk wird sicherlich nicht direkt von Betriebsschließungen betroffen sein. Es zählt zu den systemrelevanten Branchen. Aufgrund der Schließung von Schulen, Kindergärten und Betrieben waren und sind die Gebäudereinigungsunternehmen jedoch indirekt betroffen. Reinigungsaufträge vielen und fallen weg. Personal musste zum Teil in Kurzarbeit, zum Teil gekündigt werden. Vor allem bei den geringfügig Beschäftigten ist die Situation sehr unbefriedigend, weil diese keinen Anspruch auf Kurzarbeitsgeld haben.

Von Seiten der öffentlichen Auftraggeber wurden die Gebäudereinigungsunternehmen in der ersten Corona-Phase bei Kindergarten- und Schulschließungen im Frühjahr bei Kindergarten- und Schulschließungen noch zumeist unterstützt. Die vertraglich vereinbarten Preise wurden zum Teil vollständig, zum Teil zumindest zu 70 bis 80 % ausgezahlt. Anstelle der täglichen Unterhaltsreinigung wurden die Reinigungskräfte während der Schließungsphase mit der Reinigung von Bereichen beauftragt, die weniger oft zu reinigen sind. Es wurden auch Grundreinigungen in Auftrag gegeben. In der aktuellen Pandemiephase weigern sich einige öffentliche Auftraggeber, den vereinbarten Preis bei geschlossenen oder teil-geschlossenen Objekten zu zahlen, obwohl sie sich vertraglich dazu verpflichtet haben und die Gebäudereinigungsunternehmen ihre Leistungen weiterhin in vollem Maße anbieten. Die Landesinnung fordert die öffentlichen Auftraggeber auf, der Zahlungsverpflichtung weiterhin nachzukommen. Einzelne Reinigungsunternehmen waren schon in der ersten Corona-Phase in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die öffentlichen Auftraggeber sollten nicht dazu beitragen, dass es hier zu Insolvenzen kommt.

Die Strategien der Betriebe zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter sind vielfältig. Ein nordhessisches Unternehmen hat beispielsweise schon vor der aktuell gültigen Homeofficepflicht,  allen Verwaltungsmitarbeitern Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet. Sofern ihre Anwesenheit in der Firma nicht dringend erforderlich ist, arbeiten Diese von zu Hause. Die Objektleiter erhielten Tablets, so dass sie nun viele Aufgaben unterwegs beim Kunden direkt oder von zu Hause aus erledigen können und nicht in die Firma fahren müssen. Ein größeres südhessisches Gebäudereinigungsunternehmen teilt schon seit dem Frühjahr 2020 die Objektleiter und die Verwaltungsangestellten in zwei Gruppen. Gruppe 1 darf vormittags in die Firma kommen, Gruppe 2 darf nachmittags anreisen. Hiermit soll sichergestellt werden, dass im Fall einer Infektion maximal die eine Hälfte der Verwaltungsmitarbeiter und der Objektleiter betroffen ist und das Unternehmen weiterhin noch einigermaßen handlungsfähig ist.

Besonders wichtig sind regelmäßige Hygieneschulungen und Motivationsmaßnahmen. Die Mitarbeiter müssen zusätzlich immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Dies betrifft z.B. die Pflicht zum Tragen von Masken. Die Vielzahl der Vorschriften und Änderungen macht es den Betrieben nicht einfach, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. In Hessen gibt es zur Zeit nur in Alters- und Pflegeheimen die ausschließliche Verpflichtung zum Tragen einer FFP 2-Maske. In allen anderen Bereichen sind auch medizinische Masken zulässig, die ein leichteres Atmen ermöglichen. Vor allem bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten und bei langen Tragezeiten können FFP 2 – Masken problematisch sein.

Es bleibt festzuhalten, Betriebsschließungen sollten zu den letzten Maßnahmen gehören. Zunächst sollte alles getan werden, dass die AHA+L-Regeln eingehalten werden. Die Schließung von Schulen, Kindergärten und Betrieben kann zu psychischen Erkrankungen der Betroffenen führen und die Arbeitslosenzahlen werden dadurch weiter ansteigen.

Corona-Präventionsmaßnahmen in Gebäudereinigungsunternehmen (PDF-Datei)

2021: Tariflöhne im Gebäudereiniger-Handwerk steigen deutlich

Zum Januar 2021 tritt die erste Stufe des neuen dreijährigen Tarifvertrags in Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk in Kraft: Der allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn in der Einstiegslohngruppe steigt demnach um 2,9 Prozent auf 11,11 €. Bis Laufzeitende 2023 haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf Tariflohnsteigerungen von insgesamt 10,7 Prozent geeinigt, die Einstiegslöhne liegen dann bei 12 Euro.

Der zweite allgemeinverbindliche Branchenmindestlohn, der Fassaden- und Glasreinigung umfasst und für Gesellinnen und Gesellen gilt (Lohngruppe 6), steigt auf 14,45 €. Lohnunterschiede zwischen Ost und West gibt es mit dem neuen Tarifvertrag nicht mehr.

Die Tariflöhne in der Gebäudereinigung setzen sich weiter deutlich vom allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ab, der zum 1.1.2021 auf 9,50 € steigt. Der Abstand zu den tariflichen Einstiegslöhnen im Gebäudereiniger-Handwerk beträgt rund 17 Prozent.

Im Kampf um den Fachkräfte-Nachwuchs bietet das Handwerk mit steigenden Ausbildungsvergütungen von 810 €, 945 € und 1100 € je nach Lehrjahr attraktive Konditionen. Für Azubis und Gesellen bieten sich in der Gebäudereinigung weiterhin beste Karriere-, Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Forsa-Umfrage zur Sauberkeit an Schulen

Ein Drittel der Eltern sagt, ihr Kind scheue den Gang auf unsaubere Schultoiletten
• Fast zwei Drittel wünschen sich mehr Reinigung
• Knapp ein Viertel in Sorge vor Corona-Ansteckung

Sauberkeit und Hygiene an Deutschlands Schulen sind Dauerbrenner. Im Zuge der Corona-Pandemie gibt es eine neue Dynamik für das Thema. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) wollte es daher genau wissen und hat eine repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Die Kernfrage: Wie zufrieden sind eigentlich Eltern schulpflichtiger Kinder mit der Sauberkeit an Deutschlands Schulen? Das Ergebnis unterstreicht Handlungsbedarf. Gerade die Sauberkeit auf Schultoiletten, dem sensibelsten Bereich, lässt zu wünschen übrig. "Im Zuge der Corona-Krise reden alle über die neue Relevanz von Hygiene und Sauberkeit. Aber da, wo es wirklich wichtig wäre – bei Kindern und Schule – klafft eine ernüchternde Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit", so bewertet Thomas Dietrich, Bundesinnungsmeister des Gebäudereiniger-Handwerks, die Zahlen. Fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich demnach eine häufigere Schulreinigung. Verbesserungen binnen der vergangenen zwei Jahrzehnte sehen Eltern mehrheitlich nicht. Die politischen Forderungen bringt der Bundesinnungsmeister auf den Punkt: "Nicht die Reinigungsunternehmen, sondern das weit verbreitete Spardiktat der Schulträger ist verantwortlich für die Zustände. Es gibt keine Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Schulträger müssen endlich mit realistischem Budget planen und die Leistungsverzeichnisse verbessern. Tagesreinigung mit häufigeren und gründlicheren Einsätzen in sensiblen Bereichen sollte Standard werden. Ausschreibungen dürfen nicht nur über den Faktor Preis, sondern sollten vor allem über den Faktor Qualität laufen. Und nicht zuletzt sollten Schulträger nicht auf unseriöse Beratungsunternehmen hören, die saubere Schulen bei weniger Budget versprechen. Fakt ist: Wer mehr Sauberkeit an Schulen will, muss mehr in mehr Sauberkeit an Schulen investieren."

Die Ergebnisse im Detail:
Rund ein Drittel der Eltern (36 Prozent) gibt an, dass ihr Kind aufgrund mangelnder Hygiene den Gang auf die Schultoilette scheut. Eltern im Westen (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) berichten statistisch eher von dieser Problematik der Kinder. Väter und Mütter aus Bayern und Baden-Württemberg sowie jüngere Eltern meinen tendenziell häufiger, ihr Kind sei mit der Sauberkeit der Schultoiletten zufrieden.

Ein Fünftel der Eltern findet Schulen unsauber
Auch das Gesamturteil, jenseits von den Schultoiletten, zeigt Verbesserungspotential. Ein Fünftel der Eltern (20 Prozent) empfindet die Schule ihrer Kinder als „weniger sauber“ bzw. als „überhaupt nicht sauber“. Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) hält die Schule für „eher sauber“. Nur ein Viertel (25 Prozent) hält die Schule für „sehr sauber“. Erneut vergeben Eltern, die im Süden Deutschlands wohnen, bessere Noten.

Fast zwei Drittel der Eltern wünschen sich mehr Reinigung
Fast zwei Drittel der Eltern (61 Prozent) sind der Ansicht, dass die Schulen gründlicher und häufiger gereinigt werden sollten. Vor allem Eltern im Westen (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) sowie Mütter sprechen sich tendenziell häufiger für eine höhere Reinigungsfrequenz und mehr Gründlichkeit aus. Nur rund ein Drittel (35 Prozent) meint, dass die Reinigung wie bisher ausreiche.

Fast ein Viertel der Eltern in Sorge vor Corona-Ansteckung durch mangelnde Sauberkeit
Die Sauberkeit an Schulen und Schultoiletten führt soweit, dass sich knapp ein Viertel der Eltern (23 Prozent) „sehr“ bzw. „eher besorgt“ über die Gefahr einer Corona-Infektion an Schulen zeigt. 45 Prozent antworten mit „weniger besorgt“. Nur knapp ein Drittel (31 Prozent) der Eltern sind „überhaupt nicht besorgt“.

Stagnation statt Verbesserung in den vergangenen 20 Jahren
Fast zwei Drittel (57 Prozent) der Eltern sehen eine Verschlechterung bzw. keinerlei Veränderung der Hygiene und Sauberkeit an Schulen binnen der vergangenen zwei Jahrzehnte. Von einer Trendwende kann daher keine Rede sein. Nur rund ein Drittel (39 Prozent) beobachtet eine Verbesserung. Eltern aus dem Ostteil Deutschlands (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) sowie Befragte im Alter von 25 bis 39 Jahren nehmen überdurchschnittlich häufig Verbesserungen wahr.

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Forsa, unabhängiges privates Markt- und Meinungsforschungsinstitut, hat zwischen 14. Oktober und 4. November 2020 in Form von computergestützten Telefoninterviews bundesweit 1025 Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren mit schulpflichtigen Kindern befragt. Die Erhebung ist repräsentativ, die Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.


Gebäudereiniger-Handwerk macht mit bundesweiter Lichtprojektion auf Systemrelevanz in der Corona-Krise aufmerksam

„Reinigung & Hygiene wichtiger denn je! Wir sind für Sie da. Das Gebäudereiniger-Handwerk“ – so lautete die Botschaft, die in den vergangenen Abenden etliche Sehenswürdigkeiten in ganz Deutschland zum Leuchten brachte. Ob Frankfurter Römer, Berliner Reichstag, Kölner Dom oder Münchner Siegestor – Deutschlands beschäftigungsstärkste Handwerksbranche mit knapp 700.000 Beschäftigten wollte mit der Aufsehen erregenden Lichtprojektion auf ihre wichtige Bedeutung in der Corona-Krise hinweisen. Initiator war der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV).

„All unsere systemrelevanten Unternehmen und all die Beschäftigten, die sich tagtäglich gegen die Ausbreitung des Corona-Virus einsetzen, rücken im wahrsten Sinne des Wortes in diesen Wochen ins Rampenlicht“, so Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. „Wir freuen uns, dass die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland unserer Branche ein Höchstmaß an Vertrauen und eine gewachsene Wertschätzung entgegenbringen.“

Und Michael Wolf, Obermeister der Landesinnung Hessen, lobt das Engagement der Reinigungskräfte mit den Worten „Nichts ist selbstverständlich, von daher ein großes Dankeschön und Anerkennung an unsere Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk!“

Laut aktueller Forsa-Umfrage im Auftrag des BIV halten 96 % der Haushalte in Deutschland die Arbeit der Gebäudereinigung in der aktuellen Corona-Krise für sehr wichtig (67 %) bzw. wichtig (29 %). Jeder Vierte (26 %) bewertet die Gebäudereinigung wichtiger als zuvor. [Forsa-Umfrage: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/presse/aktuelle-presseinformationen/detail/forsa-umfrage-96-der-buergerinnen-und-buerger-in-deutschland-halten-gebaeudereiniger-handwerk-in-der-corona-krise-fuer-relevant]

Die bundesweite Lichtprojektion war Teil der Gebäudereiniger-Kampagne #Rückendeckung, die der BIV seit Ausbruch der Corona-Krise ins Leben gerufen hat: Mehr Infos: https://www.die-gebaeudedienstleister.de/die-branche/social-media-imagekampagne